Das Computer Vision Syndrom

„Die halbe Menschheit braucht eine Brille“ – so lautete ein Bericht der WELT vom 19. Februar 2016.
Sehstörungen wie das „Computer Vision Syndrom“ sind ganz neue Krankheitsbilder, und wenn Sie zu den Menschen gehören, die täglich mehr als 2 Stunden am Computer verbringen (Und wer tut das eigentlich nicht?), dann hat es Sie wahrscheinlich auch schon erwischt: Das „Computer Vision Syndrom“.

Das „Computer Vision Syndrom“ (CVS) ist ein rasant zunehmendes Beschwerdebild das, wie der Name schon sagt, mit der heute üblichen intensiven Nutzung von Computern in Zusammenhang zu bringen ist und sich in Form von Schwere und Müdigkeit der Augen, verschwommener, unscharfer Sicht, juckenden, trockenen oder tränenden Augen, Kopfschmerzen, Doppelbildern, Schwindel und Verspannungen äußern kann (1).

Laut der American Optometric Association (AOA) sind 90% (!) aller Computer-Nutzer vom CVS
betroffen (2). Einer der bekanntesten Augenspezialisten in Japan, Dr. Tatemichi, Toho University School of Medicine, veröffentlichte die Daten von 10.000 japanischen regelmäßig am Computer arbeitenden Angestellten, die Gemeinsamkeiten zwischen der intensiven Computer-Nutzung und der Entwicklung eines Glaukoms (Grüner Star) aufzeigten (3), bei der es zu einer Schädigung der empfindlichen Nervenzellen der Netzhaut sowie des Sehnervs kommt.

Computer, Tablets und Smartphones gehören inzwischen zum Alltag, jeder hat sie und jeder nutzt sie, sowohl beruflich als auch privat. Also was tun? Eine Antwort ist schon mal klar: Beschränken Sie die tägliche Nutzung des Computers bei den empfindlichen Augen Ihrer Kinder auf maximal eine Stunde. In allen anderen Fällen empfehlen wir, sich dem natürlichen Astaxanthin aus der Natur zuzuwenden.

Astaxanthin – natürlicher Schutz aus dem Meer

Astaxanthin ist ein rotes Pigment, das zu den Carotinoiden gehört. Pflanzen und Früchte bilden diese Carotinoide zu ihrem eigenen Schutz, z.B. schützen sie sich mit Hilfe der Carotinoide vor dem Vertrocknen durch zu intensive Sonneneinstrahlung. Carotinoid-haltige Lebensmittel sind gesund und sollten daher auch für den Menschen zur täglichen Ernährung dazu gehören.

Astaxanthin

Astaxanthin ist in der Natur  in  Algen,  Lachs,  Forelle, Krill, Shrimps, Hummer und  in  Krebsen in unterschiedlichen Konzentrationen zu finden. Astaxanthin ist fettlöslich, Öle und Öl-basierte Formulierungen fördern die Aufnahme von Astaxanthin im Darm.

Natürliche Quellen für Astaxanthin Astaxanthin Konzentration (ppm)
Lachs Ca. 5 – 40
Plankton Ca. 60
Krill Ca. 120
Shrimps arktisch Ca. 1.200
Hämatococcus pluv. Ca. 40.000

 

Die Mikroalge Hämatococcus pluvialis, eine Grünalge, produziert Astaxanthin, um überleben zu können. Ist die Alge zu starkem Sonnenlicht oder zu großer Kälte ausgesetzt oder fehlen ihr Nährstoffe und Wasser, dann ist sie vital bedroht, es entsteht Stress, und die Alge färbt sich augenblicklich von grün in rot. Das, was jetzt passiert, ist in der Natur einmalig! Die Alge produziert Astaxanthin als ob sie sich einen roten Schutzmantel übergestülpt hätte – ein sehr erfolgreicher Weg, um zu überleben. Diesen Zustand kann Hämatococcus dank Astaxanthin bis zu 30 Jahre überleben! Ist der Stress gebannt, wird die Alge wieder grün.

Astaxanthin gilt als das stärkste Antioxidans, das die Natur zu bieten hat (Abb. 1). Es neutralisiert freie Radikale

  • 6000 x stärker als Vitamin C
  • 800 x stärker als CoQ10
  • 550 x stärker als Grüntee-Catechine
  • 75 x stärker als Alpha-Liponsäure.

(Quelle Nishida et al., 2007)

Astaxanthin-vs-Super-Food
Abb. 1 Die antioxidative Kapazität, gemessen an der Fähigkeit, freie Radikale zu binden (= ORAC), ist im Vergleich zu vielen natürlichen Antioxidantien in „Super Food“ bei Astaxanthin am höchsten. Quelle: Modifiziert nach www.vivalabs.com

Wie lässt sich diese überlegene Wirkung von Astaxanthin erklären? Die Antwort liegt in der besonderen molekularen Struktur des Astaxanthins.

Was ist ein Antioxidans?

Ein Antioxidans ist ein Molekül, das freie Radikale bindet und damit die Zerstörung von lebendem Gewebe aufhält. Freie Radikale entstehen durch Luftverschmutzung, Umweltgifte, Nikotin, Strahlen (Ozon, Computer, intensive Sonne, Flüge), sie bilden sich aber auch bei Entzündungen im Körper, z.B. einer Arthritis im Kniegelenk, einem chronisch entzündeten Darm, Diabetes oder einer Parodontitis. Durch freie Radikale geschädigte Zellstrukturen sind instabil und können selber zum Radikal werden. Eine Kettenreaktion entsteht. Proteine und Lipide, lebensnotwendige Bestandteile jeder Zellmembran, Mitochondrien (die Energiezentren jeder Zelle) und Erbsubstanz werden geschädigt, Alterungsprozesse setzen ein, gesundheitliche Probleme und chronisch entzündliche Erkankungen bis zur Entstehung von Tumoren können die Folge sein. Freie Radikale lassen uns schneller altern und auch älter aussehen – sie sind die Ursache der vorzeitigen Hautalterung mit Pigmentflecken, Falten, trockener Haut und unregelmäßigem Hautbild.

Auch wenn der Mensch ein körpereigenes Schutzsystem gegen eine bestimmte Anzahl freier Radikale besitzt – mit zunehmendem Alter nehmen die durch freie Radikale entstandenen Schäden zu, während die Aktivität des körpereigenen antioxidativen Schutzes abnimmt. Etwa ab dem 40. Lebensjahr sind Antioxidantien wie Astaxanthin daher hilfreich und empfehlenswert.

Überlegene Wirkung von Astaxanthin als Antioxidans

Astaxanthin besitzt sowohl fettlösliche als auch wasserlösliche Eigenschaften und ist daher vielen Antioxidantien in ihrer freie Radikale fangenden Wirkung überlegen (16, 17). Die Astaxanthin- Moleküle wirken nicht nur außen auf der Zellmembran wie z.B. Vitamin C oder nur auf der Innenseite der Zellmembran wie Vitamin E und Beta-Carotin, sie können aufgrund ihrer besonderen Molekularstruktur – jeweils eine Redox-Gruppierung an jeder Seite des Moleküls und ihrer kombinierten wasser- und fettlöslichen Eigenschaften – die gesamte Zellmembran durchdringen und damit gleichzeitig innen und außen antioxidativ wirken (Abb. 3). Astaxanthin besitzt so die Fähigkeit, mehrere Formen von freien Radikalen zu neutralisieren (Singulett-Sauerstoff-Radikale, Superoxid- Radikale, Hydroxyl-Radikale, Peroxyl-Radikale etc.), während andere Antioxidantien i.d.R. nur eine oder zwei Radikal-Formen neutralisieren können. Astaxanthin besitzt damit eine deutlich bessere biologische Wirksamkeit und einen stärkeren antioxidativen Schutz!

Astaxanthin-Molekuel
Abb. 3: Das Astaxanthin-Molekül durchdringt sowohl die fettlöslichen als auch die wasserlöslichen Anteile der Zellmembran, besitzt an jeder Seite eine Redox-Gruppe und ist anderen Antioxidantien daher in der Wirkung überlegen.

Das Bild zeigt sehr gut, wie sich das  Astaxanthin-Molekül als roter Faden durch die Zellmembran zieht und diese stabilisiert (16, 17). Nur eine stabile Zelle ist eine gesunde Zelle!

 Astaxanthin beim Computer Vision Syndrom

Aufgrund seiner besonderen molekularen Struktur besitzt Astaxanthin Fähigkeiten, die andere Antioxidatien nicht besitzen. Astaxanthin kann beispielsweise die Blut-Hirn-Schranke  überwinden und das Gehirn und die Nerven des Zentralen Nervensystems vor Entzündungen und freien Radikalen schützen – in Zeiten kontinuierlich steigender entzündlich-degenerativer Erkrankungen des Gehirns ein wahrer Lichtblick. Genauso kann Astaxanthin im Auge die sog.  Blut-Netzhaut-Schranke überwinden und direkt in der Netzhaut für einen antioxidativen und entzündungshemmenden Schutz des Auges sorgen, so beim „Computer Vision Syndrom“ oder bei der altersbedingten Makula- Degeneration.

Viele Studien konnten bestätigen, dass Astaxanthin nicht nur die Symptome des Computer Vision Syndrom verbessert, es

  • verbessert auch die Durchblutung im Auge und (5, 11, 12)
  • verzögert die Entwicklung einer Alterssichtigkeit.
  • Die Müdigkeit der Augen nahm ab (7, 8).
  • Die Qualität der Sehschärfe nahm zu (9).
  • Irritationen des Auges und verschwommenes Sehen konnten gelindert werden und (10)
  • die oxidative Schädigung durch freie Radikale im Kammerwasser wurde minimiert (13).

In einer zu der Wirkung von Astaxanthin auf das Sehen durchgeführten Studie wurden den Teilnehmern 5 mg Astaxanthin pro Tag über 4 Wochen verabreicht (4). Die Teilnehmer, am Computer arbeitende Angestellte, die am Computer Vision Syndrom litten, berichteten über eine signifikant verbesserte Zunahme des Visus (Abb. 4). In einer weiteren Studie zeigten die Teilnehmer bei Zufuhr von 4 mg Astaxanthin pro Tag eine signifikante Verbesserung der Sehschärfe (6). Und in einer Studie mit 30 gesunden Teilnehmern konnte gezeigt werden, dass Astaxanthin in einer Dosierung von 6 mg am Tag über 4 Wochen gegeben die Sehschärfe signifikant verbessert (Abb. 5).

Astaxanthin-Effekt-davor-danach
Abb.  4  Durch  Astaxanthin  signifikant  (*p<0,01)  verbesserte  Wirkung  der  Dioptrie  (Brechkraft)  des  Auges  bei  am Computer arbeitenden Angestellten, gemessen am Bildschirm (4, 5)

Astaxanthin-Effekt-Sehschaerfe
Abb. 5 Signifikanter Effekt von Astaxanthin auf die Verbesserung der Sehschärfe (*,** p<0,01) (5, 7)

Literatur

  • http://www.aoa.org/x5374.xml; Salibello et al. J Am Optom Ass. ; 66(8): 479-83 (1995)
  • http://www.computervisionreadingeyeglasses.com/syndrome.htm
  • Tatemichi et al. J Epidemiol Community Health ; 58: 1021-1027 (2004) 4)   Nagaki Y. et al. J Trad. Med. 19: 170-173 (2002)
  • Serrano et al. Natural astaxanthin, antioxidant protection power for healthy eyes. AgroFood Industry Hi Tech 25: 11-14 (2014)
  • Nakamura et al. Lectures of the 57th Congress of Clinical Ophthalmology of Japan
  • Nitta et al. J Clin Therap Med. 21: 637-650 (2005)
  • Shiratori, et al. J Clin. Therap. Med. 21: 543-556 (2005)
  • Iwasaki T. et al. Eye J. 23,6: 829-834 (2006)
  • Nagaki et al. J Clin. Therap. 21: 537-542 (2005)
  • Tsukuhara et al. Med consultation & new remedies, 46: 427-32 (2009)
  • Miyawaki et al. J Clin. Biochem. Nutr. 43 : 69-74 (2008)
  • Hashimoto et al. Atarashii Ganka Eye J. 26(2): 229-34 (2009)
  • Camera et Astaxanthin, canthaxanthin and beta-carotene differently affect UVA-induced oxidative damage and expression of oxidative stress-responsive enzymes. Exp. Dermatol. 18: 222-31 (2009)
  • Mc Nulty et , (2007)
  • Ambati  et  al.  Astaxanthin:  Sources,  extraction,  stability,  biological  activities  and  its commercial applications – a review
  • Yamashita, E. Astaxanthin as a medical food. Funct. Foods Health Dis. 3: 254-258 (2013)

 

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