Rückenschmerzen, einseitige Belastung, schlechte Haltung, Bewegungsmangel und Muskelschwäche sind Begriffe, die irgendwann jedem von uns begegnen. Die Betroffenen werden immer jünger, die Krankheitsbilder werden immer vielfältiger und die möglichen Therapien immer komplexer. Oft haben Patienten bereits einen langen Leidensweg hinter sich, begleitet von Therapien, die auf sehr eintönigen Behandlungsmethoden basieren, deren Nutzen und Erfolg sich in Grenzen halten und die Motivation der aktiven Mitarbeit dementsprechend schnell sinkt. Daher ist eine Trainings- und Behandlungsmethode wichtig, die auf möglichst einfache Art und Weise jederzeit in unseren Alltag integriert werden kann, nachhaltig wirkt und dabei idealerweise auch Spaß bringt.

„Beschwingtes“ Krafttraining

Die mehrschichtige Rückenmuskulatur muss unsere Wirbelsäule schützen, stabilisieren und zusätzlich eine hohe Beweglichkeit gewährleisten. Das funktioniert nur, wenn alle Muskeln der einzelnen Schichten in der richtigen Balance zueinander arbeiten. Das Training an Geräten im Studio und unnatürliche Kraftanstrengungen sind nicht so effektiv wie freie Bewegungen im Raum. Die dreidimensionale Schwingstab-Methode stimuliert ganze Muskelketten und lässt sich u.a. auch zur Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit und Sensomotorik sowie zum Bandscheibentraining einsetzen.

Was ist Reaktives Training mit Schwingstäben?

Reaktives Training mit Schwingstäben ist eine inzwischen beliebte und effektive Form des Krafttrainings. Dabei wird eine Vielzahl von Muskelfasern stimuliert, die bei einem herkömmlichen Training nicht beansprucht werden. Durch bestimmte ausgeführte Kraftstöße und dadurch entstehende Schwingungen wird in den Muskeln ein Dehnreflex ausgelöst, bei dem der Muskel zunächst gedehnt wird und sich dann wieder zusammenzieht. Das alles passiert automatisch, ohne dass der Anwender sich darüber Gedanken machen muss. Diese dynamischen Übungen, kombiniert mit zusätzlichen Bewegungen und Positionswechseln des Trainierenden, machen das Training noch intensiver.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Training mit Gewichten, bei dem der Muskel keine Chance hat, den Reflex zu umgehen, wird mit dem Schwingstab einzig und allein durch den Dehnreflex trainiert. Das soll die Muskeln schneller und gleichmäßiger wachsen lassen. Schwingstab-Training eignet sich nicht nur für sportliche Zwecke. Es dient auch zur Rehabilitation und Prävention. Selbst bei muskulären Problemen nach einer Schwangerschaft ist das Reaktiv-Training dieser Art für viele sehr hilfreich und effektiv. Durch einfaches Trainieren des Beckenbodens und einer Verbesserung der Durchblutung, sollen Anwender ihre „Problemzonen“ besser in den Griff bekommen.

Die Muskulatur wird unwillkürlich und sehr schnell hintereinander immer wieder stark angespannt, um die Schwingungen der Stäbe auszugleichen. Das macht man nicht mühelos, sondern das ist im Gegenteil sehr anstrengend. Durch diese Anstrengung kommt es auch tatsächlich zu einem Trainingserfolg: Die Muskulatur wird gestärkt, es kommt zu einem Muskelaufbau.

Im Allgemeinen wird mehr oder weniger die gesamte Muskulatur des Körpers im Rhythmus der Schwingungen angespannt und entspannt. Auch die tiefen Muskeln, die einer willkürlichen Kontrolle gar nicht zugänglich sind, die aber für Körperspannung und Körperbeherrschung sehr wichtig sind, werden auf diese Weise trainiert. Sämtliche Muskeln gleichzeitig zu trainieren, bedeutet eine sehr hohe Belastung, weshalb man mit Reaktiv-Schwingstäben nur sehr kurze Trainingszeiten braucht, um einen Trainingseffekt zu erzielen. Wer nur wenig Zeit investieren möchte, kann mit einem Schwingstab-Training durchaus gut bedient sein. Normalerweise hat man mit dem optimalen Schwingstab nach 5 Minuten bereits ein Ganzkörpertraining absolviert.

Positive Wirkungen

Kraft- oder Muskeltraining hat allgemein eine Menge positive Wirkungen, die weit über verbesserte Körperkraft und besseres Aussehen hinausgehen. Vor allem das Training der tiefen Muskulatur dient nicht nur einer verbesserten Körperbeherrschung, sondern auch der Vorbeugung vor Rückenproblemen und in vielen Fällen auch deren Behandlung.
Da der Körper auf die sehr schnellen Schwingungen reagieren muss, lernt er diese schnellen Reaktionen. Das ist zum Beispiel bei der Vermeidung von Stürzen sehr wichtig, weshalb dieses Training umso nützlicher ist, je älter man wird. Allgemein sind starke Muskeln ein Indikator für Gesundheit. Je älter man wird, umso wichtiger wird das Training der Muskulatur.

Je nach Frequenz und Art der ausgeführten Übungen kann das Training auch entspannend und lockernd wirken. Verspannungen der Muskulatur lassen sich so lösen.

Weitere Trainingseffekte

  • Verbesserung der Sensomotorik
  • Stimulation von Bindegewebsstrukturen
  • Verbesserung bei muskulären Dysbalancen und Haltungschwächen/ -schäden
  • unterstützt das Bandscheibentraining in der Skoliose-Therapie
  • einsetzbar nach Wirbelsäulen- und Beckenfrakturen (Knochenbrüchen)
  • unterstützt beim Körperhaltungstraining sowie Gelenkbeweglichkeits- und Mobilisationstraining
  • kann Beschwerden nach Wirbelsäulen- und Bandscheibenoperationen verbessern

 

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