Um den vielfältigen Herausforderungen des modernen Lebens gewachsen zu sein, braucht es ein stabiles Selbstvertrauen. Nicht immer jedoch sind wir in unserer vollen Kraft. Die folgenden praktischen Tipps unterstützen Dich darin, das Vertrauen in Dich selbst zu stärken, um das Leben in vollen Zügen auskosten zu können.

Sei gut zu Dir!

Wir sind oft viel zu hart und streng mit uns selbst. Wir sorgen bestens für andere und vergessen in aller Regelmäßigkeit uns selbst. Wir nehmen Anteil am Leid unserer Mitmenschen und bringen für uns selbst kaum Mitgefühl auf. Dabei wäre unser Leben so viel einfacher, wenn wir uns in schwierigen Situationen eine Portion Selbstliebe entgegenbringen könnten. Wenn wir uns so fürsorglich behandeln würden, wie wir es mit geliebten Menschen tun. Psychologische Studien belegen: Je warmherziger wir mit uns selbst umgehen, desto stärker ist unser Selbstvertrauen und desto verbundener fühlen wir uns mit unseren Mitmenschen.

Kleiner Tipp: Wenn Du im Alltag spürst, dass Dir etwas Selbstliebe gut täte, dann lege beide Hände auf Dein Herz. Dadurch aktivierst Du das Zuneigungssystem für Dich selbst. Spüre die Wärme, die sich unter Deinen Händen ausbreitet, und die Ruhe, die Dich dabei überkommt. Sage Dir innerlich einige freundliche und tröstende Worte: „Alles wird gut. Ich glaube an mich. Ich bin geliebt“.

Nimm Dich wichtig!

Du bist es gewohnt, gut für andere zu sorgen? Wie schön von Dir! Und wie selbstlos! Doch was ist mit Dir selbst? Kümmerst Du Dich auch um Deine Bedürfnisse? Oder dürfen sich diese erst dann zu Wort melden, wenn die Kinder im Bett, die betagten Eltern versorgt, die unglückliche Freundin getröstet und der hungrige Hund gefüttert sind? Dann also, wenn Du kurz davor bist, vor Erschöpfung umzufallen? Wie sollst Du Kraft für Dich und andere finden, wenn Du Dich immerzu auspowerst und Deine eigenen Bedürfnisse hinten anstehen? Es ist ein Irrglaube zu meinen, dass wir durch unseren aufopfernden Einsatz für andere deren Anerkennung und Liebe ernten würden. Wir erhalten diese dann, wenn wir uns selbst wichtig nehmen und dies auch deutlich machen. Denn mal ehrlich: Wie sollten uns andere wichtig nehmen, wenn wir dies selbst nicht tun?

Tipp: Gewöhne Dir an, im Laufe des Tages immer wieder mal inne zu halten und Dich zu fragen: Was brauche ich jetzt? Was kann ich in diesem Augenblick für mich tun? Höre genau hin! Und dann tue es!

Suche Geborgenheit!

Wir alle sehnen uns nach einem sicheren Hafen, einem Ort der Geborgenheit, einem menschlichen Herz, das uns bedingungslos liebt und Schutz gewährt. Wir möchten in der Welt beheimatet sein, uns eingebunden wissen in die Gemeinschaft der Menschen und in uns selbst zuhause sein. Hierzu tragen Familienbande, gute Freunde und verlässliche Beziehungspartner entscheidend bei. Es tut gut zu wissen, dass wir nicht allein sind, dass jemand an unserer Seite steht und zu uns hält – in guten wie in schlechten Zeiten. Mit der Geborgenheit wächst das Vertrauen in das Leben und uns selbst.

Kleiner Tipp: Schaffe Dir in Deinem Zuhause einen Rückzugsort, an dem Du Dich geborgen weißt. Vielleicht ist es Dein Sofa, auf das Du Dich nach einem anstrengenden Arbeitstag zurückziehen kannst, eingehüllt in eine kuschelige Decke, eine heiße Kanne Tee vor sich, ein gutes Buch zur Hand, die schnurrende Katze auf dem Schoß. Vielleicht machst Du es Dir auch mit Deinem Partner gemeinsam auf dem Sofa gemütlich und Ihr lest Euch gegenseitig etwas vor. Das erinnert uns an die Gute-Nacht-Geschichten unserer Eltern, bei denen wir uns so unvergleichlich geborgen fühlten.

Stärke Deine Lebensenergie!

Ein selbstbewusstes Leben ist ein authentisches Leben. In jedem von uns wohnt eine tiefe Sehnsucht nach dem, der wir wirklich sind. Wir wollen unserem ursprünglichen Selbst Ausdruck verleihen und nicht das sein, was andere in uns sehen oder aus uns machen wollen. Wir wollen unserer Seele Raum und Zeit geben, um sich zu entfalten und uns nicht formen und verformen lassen von Konventionen, Regeln und Vorschriften. Wie ein Baum wollen wir unsere Wurzeln tief in die Erde graben und unsere Blätter der Sonne entgegenstrecken. Wir sehnen uns danach, zu dieser Lebenskraft in uns zu finden, die nie aufhört, uns beim Namen zu rufen. Ihr Ruf gilt einem freien, starken und selbstbestimmten Leben. Leidenschaft, Kreativität und ungezügelte Lebenskraft sind ihr Ausdruck. Folge ihr!

Kleiner Tipp: Gehe in die Wälder und erspüre die Kraft der Bäume. Fahre ans Meer und lass Dich von dessen mächtigen Wellen wiegen. Besteige einen Berg und blicke in die endlose Weite. Entzünde ein Feuer und wärme Dich an dessen vitaler Energie.

Lobe Dich!

Wir sind wahre Weltmeister darin, uns selbst zu kritisieren. Und sehr schlecht darin, uns zu loben. Dabei tut es doch so gut, gelobt zu werden! Ein Wort der Anerkennung, ein Kompliment kann uns den ganzen Tag versüßen. Wir fühlen uns motiviert, unser Selbstvertrauen wächst und wir fühlen uns zu neuen Taten angespornt. Weshalb also loben wir uns nicht öfters mal selbst?

Blicke dabei gezielt auf die Errungenschaften und Erfolge in Deinem Leben. Was hast Du nicht schon alles geschafft und erreicht! Gebe Dir dafür die Wertschätzung, die Du verdienst. Klopfe Dir öfters mal anerkennend auf die Schulter und versichere Dir: „Das habe ich gut gemacht“. Gönnen Dir ein Gläschen Sekt und feiere Deine Erfolge. Indem wir unseren Erfolgen Raum geben, kann das Vertrauen in uns wachsen. Und erzähle anderen Menschen davon. Deren Achtung stärkt wiederum Deine eigene Selbstachtung.

Kleiner Tipp: Lasse am Abend den Tag in Gedanken Revue passieren und rufe Dir Situationen in Erinnerung, auf die Du zu Recht stolz sein kannst. Was ist Dir an diesem Tag gut gelungen? Vielleicht entscheidest Du Dich dafür, ein kleines „Erfolgstagebuch“ anzulegen, mit dem Du Dich in Zeiten des Selbstzweifels neu motivieren kannst.

Ermächtige Dich!

Unser Selbstbild entscheidet maßgeblich darüber, wie wir uns verhalten, wie andere uns sehen und was wir in der Welt erreichen. Denn meist sind es gar nicht so sehr die äußeren Umstände, die uns begrenzen. Wir selbst tun es. Indem wir uns kleiner machen als wir sind. Indem wir unser Licht unter den Scheffel stellen. Indem wir immer noch auf die Stimmen aus unserer Kindheit hören, die uns zuflüstern: Das kannst Du nicht, dazu bist Du zu schwach, zu ungeschickt….

Uns selbst klein zu machen nützt jedoch weder uns noch der Welt. Wir sollten vielmehr unser Licht zum Strahlen bringen. Unsere Größe zeigen, damit wir alle größer werden. Uns von der Angst befreien, damit alle angstfreier leben können. Uns selbst ermächtigen, um andere zu ermächtigen. Das fordert von uns, am eigenen Selbstbild zu arbeiten und dieses positiv zu verändern. Die selbstgesteckten Grenzen zu sprengen und Chancen für Wachstum zu erkennen und wahrzunehmen.

Kleiner Tipp: Greife zu Stift und Papier und schreibe mindestens 10 Dinge auf, die Du gern tun würdest, die Du bislang aber noch nicht gewagt hast. Hänge diese Liste an einen Ort, wo Du sie gut sehen kannst. Und nimm Dir fest vor, mindestens die Hälfte dieser Dinge in nächster Zeit zu tun!

Blicke auf das Positive!

Allzu oft blicken wir wie gebannt auf die negativen Ereignisse des Lebens. Wir lamentieren über das halb leere Glas, anstatt uns am halb gefüllten zu freuen. Unsere Negativität vermiest uns nicht nur die Freude am Leben, sie zehrt auch an unserem Selbstvertrauen. Wie aber können wir das Positive in unserem Leben stärken? Neuropsychologen raten aufgrund der Formbarkeit unseres Gehirns dazu, sich in einer optimistischen Lebenshaltung zu schulen und aufmerksam zu werden für all die schönen Dinge des Lebens. Je achtsamer wir diese wahrnehmen und je intensiver wir diese auskosten, desto nachhaltiger prägen sich diese als Glücksspuren unserem Gehirn ein. Wenn es Dir dann noch gelingt, auch den Schwierigkeiten auf Deinem Lebensweg etwas Positives abzuringen, dann bist Du für die Wechselfälle des Lebens bestens gerüstet.

Kleiner Tipp: Suche bewusst nach Gelegenheiten, um angenehme Sinneserfahrungen zu machen. Schau Dich um. Lausche. Schnuppere. Was kannst Du in Deiner Umgebung entdecken, das Dir Freude bereitet? Sammle so viele positive Eindrücke wie möglich. Und nimm Dir ausgiebig Zeit, diese Momente auszukosten und tief in Dich aufzunehmen.

Pflege Deine Freundschaften!

Freunde machen das Leben lebenswert und tragen entscheidend zu unserem Lebensglück bei. Mit guten Freunden an unserer Seite fühlen wir uns von den Stürmen des Lebens weit weniger bedroht. Mit ihrem Vertrauen in uns stärken sie zugleich auch unser Selbstvertrauen. Sie gehen mit uns durch dick und dünn, stehen zu uns in guten und in schlechten Zeiten, lachen und weinen mit uns über die Freuden und die Kümmernisse des Lebens. Bei ihnen finden wir immer ein offenes Ohr, sie hüten unsere Geheimnisse und weichen auch in schweren Zeiten nicht von unserer Seite. Sie sind der Balsam für die Wunden, die das Leben uns schlägt und eines der besten Heilmittel gegen Sorgen und Kümmernisse.

Kleiner Tipp: Allzu oft nehmen wir unsere guten Freunde als selbstverständlich hin und schenken ihnen viel zu wenig Aufmerksamkeit. Schreibe doch gleich heute eine Karte oder eine Mail an eine Freundin, bei der Du Dich schon länger melden wolltest. Danke einem Freund für seinen Beistand in einer schweren Zeit. Überlege Dir, welcher Deiner Freunde gerade jetzt ein aufmunterndes Wort von Dir brauchen könnte.

Suche die Stille!

In der Stille finden wir zu den Quellen unserer Kraft und lernen, unserer eigenen Stärke zu vertrauen. Hier kommen wir in Berührung mit dem Wesentlichen. Hier, in der Stille des eigenen Herzens, begegnen wir unserem wahren Wesen. Suche daher im täglichen Leben bewusst Orte der Stille auf, um Einkehr zu halten bei Dir selbst. Vielleicht besuchst Du hierfür ein Meditationszentrum, eine Kirche, vielleicht auch einen abgeschiedenen Ort in der Natur. Wenn wir in der Stille beheimatet sind, erfahren wir eine unerschütterliche Stärke in uns, die uns auch durch Zeiten der Instabilität und Erschütterung trägt. Wir kommen in Verbindung mit etwas, das weit größer ist als wir und können schließlich erkennen: Ich bin immer schon gehalten und getragen.

Kleiner Tipp: Stelle Dir in einer ruhigen Stunde den folgenden Lebensfragen: Was trägt mich? Wer steht zu mir in schweren Zeiten? Worauf kann ich vertrauen?

Wage etwas Neues!

„Ich setzte meinen Fuß in die Luft und sie trug“, schrieb die Dichterin Hilde Domin. Und genau das ist es doch, wozu das Leben uns immer wieder ermuntern will: einen Schritt aus der Komfortzone heraustreten, Gewohntes verlassen und sich den frischen Wind der Veränderung um die Nase wehen lassen. Indem wir die eigenen Grenzen überschreiten, an Orte gehen, an denen wir noch nie waren, Menschen treffen, die bislang noch Fremde waren und damit das Gewohnte, Vertraute und auch Schützende hinter uns lassen, wächst unser Vertrauen in uns selbst und das Leben. Es bedarf hierfür nicht einmal waghalsiger Abenteuer, oft sind es bereits die kleinen Schritte aus der täglichen Routine, die neuen Schwung und Selbstvertrauen ins Leben bringen.

Kleiner Tipp: Frage Dich: Was ist es, was ich schon immer einmal tun wollte? Was reizt mich, lockt mich, was bereitet mir diesen aufregenden Kitzel in der Magengrube, jagt mir vielleicht sogar einen kleinen Schauer der Furcht über den Rücken? Welche Reise wollte ich schon immer antreten, welche Sehnsuchtsorte locken mich, welche Abenteuer reizen mich? Ermutige Dich, einige dieser Herzenswünsche in der nächsten Zeit zu erfüllen.

Christa Spannbauer

 

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Über den/die Autor/in

Christa Spannbauer
Christa Spannbauer

Christa Spannbauer lebt als Autorin, Referentin und Filmemacherin in Berlin. In ihren Publikationen und Vorträgen geht sie der Frage nach, wie ein gutes Leben gelingen kann. Sie schreibt für alle, die ebenso wie sie selbst an einem achtsamen, sinnerfüllten und glücklichen Leben interessiert sind. In ihren Vorträgen und Workshops ermutigt sie die Menschen, ihren Geist zu beflügeln und der Sehnsucht des Herzens zu folgen. Ihre Inspirationsquellen hierfür sind die Weisheitswege aus Ost und West sowie neueste Erkenntnisse aus Psychologie und Neurowissenschaft. Infos: www.christa-spannbauer.de