„Medizin ist einfach. Die Heilung beginnt mit Vertrauen in Dich selbst.“

„Unser Immunsystem liegt im Darm“ – Ein Gespräch mit HP Jean-Claude Alix in seiner Praxis über sein medizinisches Weltbild, Methoden der Heilung, die wichtigen Elemente gesunder Ernährung und Darmpflege und über sein Buch: „Es geht um Ihren Darm“.

Jean-Claude, nach dem Studium der Naturwissenschaften, der Physik, der Mathematik und der Chemie und der Entwicklung von Computersystemen für Ärzte warst Du doch eigentlich prädestiniert für das Studium der Humanmedizin. Was hat Dich dazu bewogen, Deine ehemalige Karriere an den Nagel zu hängen und Dich dem Studium der Naturheilkunde zu widmen?

Jean-Claude Alix: Das Leben in der Ellenbogen-Gesellschaft amerikanischer Computer-Hersteller ist nicht besonders spirituell angehaucht. Auch wenn ich sehr „erfolgreich“ war, wusste ich, dass es nicht lange so weitergehen konnte. Das was ich damals Schicksal nannte – und heute Fügung – brachte mir die Möglichkeit zu wechseln. Ein mächtiger Motorrad-Unfall erzwang letztlich den Sprung. Warum Medizin, kann ich nicht beantworten. Das war eine Eingebung mitten in einer Nacht. Nach dem Abitur hätte ich gerne Medizin an der Uni studieren wollen, wusste aber, dass meine Eltern es niemals finanziert hätten. An dieser kritischen Stelle 1986 kam dieser Gedanke noch einmal wieder hoch. So wurde ich Heilpraktiker. Später musste ich über meine Diplomarbeit als Informatiker über „automatische Diagnose-Erstellung bei Herz-Erkrankungen durch pattern-recognition“ lächeln. Der Weg war wie von langer Hand vorbereitet.

Du schreibst: „Noch nie hatten wir so junge Krebspatienten, noch nie hatten wir Kinder-Hospize, noch nie so junge Diabetiker, noch nie so viele Herzinfarkte und Schlaganfälle bei so jungen Menschen wie heutzutage“, obwohl die Medizin so fortschrittlich ist. Wie kommt das?

Jean-Claude Alix: Die Antwort ist so einfach wie traurig, und es gibt hierzu mehrere Gründe. Erst einmal leben wir in einer Gesellschaft, die von Geld, um nicht zu sagen von Raffgier gesteuert wird. Niemals darfst Du sagen, dass die im Fernsehen und in allen Medien angepriesene Ernährung gesundheitsschädigend ist. Sie ist es aber. Und seitdem Fastfood und die Zucker-Industrie die finanzielle Welt der Nahrungsmittelindustrie beherrschen, können und dürfen sich die unsinnigsten Sprüche wie „high proteine-low carb“ etablieren. Kinder sollen angeblich Kuh-Milch trinken und Fleisch essen, aber Getreide und Reis vermeiden. Das Ergebnis liest Du in jeder Zeitung und siehst es in Deiner Umgebung.
Ein zweiter Grund ist, dass junge Ärzte im Sinne der Industrie ausgebildet werden. Es wird nicht an der Ursache therapiert, sondern alles unterdrückt. Schlimmer noch: Die universitäre Medizin kennt die Ursachen der Erkrankungen nicht. Das ist sehr traurig. Dass diese Vorgehensweise eine medizinische Makulatur ist, spricht für sich selbst. Und so werden kleine Kinder in ihrer Integrität schwer verletzt. Es ist nicht verwunderlich, dass bereits Vorschulkinder Diabetes, Schlaganfälle oder Krebs bekommen. Diese Gesellschaft muss sich ändern. Mein Buch: „Es geht um Ihr Leben“ spricht dieses Thema zentral an.

Du leitest seit 1999 das Naturheilzentrum Buchweizenberg in Solingen-Ohligs, das weit über die Grenzen von Solingen, unter Menschen, die alternative Heilmethoden suchen, bekannt ist. Welche Patienten suchen Dich und Dein Team auf? Unter welchen Erkrankungen leiden sie?

Jean-Claude Alix: Wir behandeln alle Erkrankungen, die im Rahmen des Heilpraktikergesetzes erlaubt sind, und das sind fast alle. Wir behandeln Kleinkinder und Greise. Unsere Tür ist allen offen im Rahmen unserer Möglichkeiten. Zehn Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker therapieren nach meinen Methoden am Buchweizenberg und viele Kolleginnen und Kollegen im ganzen deutschsprachigen Raum arbeiten nach unseren Prinzipien, in Berlin z.B. meine liebe Kollegin Karla Geidel-Peck. Da ich Informatiker war, arbeiten wir sehr logisch nach dem Motto: „Wenn die Ursache weg ist, dann ist auch die Problematik weg“. So einfach kann Medizin sein. Dass diese Sicht der Therapien so erfolgreich sein kann, hat mich selbst überrascht. Seit 25 Jahren therapiere ich und lerne immer noch jedes Jahr eine neue Therapieform hinzu, um meinen Horizont zu erweitern. Vor einiger Zeit beispielsweise hat der Meister der Akupunktur, John Boel, uns im Hause seine Künste weitergegeben.
Wir haben vier Hauptbereiche, weshalb Patienten aus Deutschland, aus ganz Europa und sogar einige wenige von Übersee zu uns kommen. Erstens die Wiederherstellung der Statik der Knochenstruktur mit einer extrem sanften Chiropraktik à la Buchweizenberg. Dann alle Probleme, die mit Darm, Ernährung, Haut, Krebs und Diabetes zu tun haben. Drittens alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viertens – durch die wundersame Therapieform unseres Lehrers Werner Meinhold – Tiefenpsychologie und HITT ®-Hypnose bei psychischen Erkrankungen. Dazu kommen Besonderheiten wie Dunkelfeld- und Magnet-Resonanz-Diagnostik. Es gäbe noch viel zu sagen, nur das würde den Rahmen sprengen, aber einen Punkt noch: Wir behandeln auch Augenprobleme inklusive Makula-Degeneration naturheilkundlich.

Dein Leitmotiv ist: „Medizin ist einfach“ und in der Tat sind Deine medizinischen Ratgeber sehr logisch und verständlich aufgebaut. Warum ist Dir so sehr daran gelegen neben der Behandlung von Krankheiten auch in Deinen Büchern aufzuklären?

Jean-Claude-Alix: Ein weiser Mann hat mal gesagt: „Doch unter allen Heilmitteln sind weise Worte am heilkräftigsten.“ Die Heilung beginnt mit Wissen und Vertrauen. Die Krankheit beginnt wahrlich erst mit der Diagnose. Ich möchte aufgeklärte Patienten, denn die Therapie ist nur eine logische Folge des Verständnisses der Entgleisung. Wenn die Menschen verstanden haben, was die Ursache war, dann therapieren sie sich und heilen sich selbst mit Inbrunst. Der Behandlungsplan wird zur Selbstverständlichkeit. Somit entlassen wir unsere Patienten in die Freiheit der Therapie, nachdem ihnen die Werkzeuge gezeigt wurden. So konnten sich viele Menschen auch nur durch das Lesen meiner Bücher selbst therapieren. Unzählige Nachrichten an uns bestätigen dies. Und es gibt noch einen Grund: In der offiziellen Medizin herrscht eine ungezügelte Spezialisierung. Bei uns ist es umgekehrt. Der Abstand und das Allgemeinwissen ermöglichen eine globale Sicht auf die Probleme, die für den Erfolg absolute Voraussetzung sind.

Du schreibst, dass die Menschen über sehr wenig Informationen zu den grundlegenden Vorgängen des Körpers verfügen, trotz des Biologieunterrichts an Schulen, zahlreicher Fach- und Laienliteratur und im Zeitalter des Internets. Wird es Zeit, den Biologieunterricht an den Schulen zu reformieren?

Jean-Claude Alix: Die Biologie, wie sie heutzutage gelehrt wird, ist grundsätzlich falsch. Wenn ich erkläre, dass Viren, Bakterien und andere Formen nur verschiedene Entwicklungsstadien der gleichen Mikroorganismen sind, verlassen viele Biologen den Raum. Das ist nicht argumentativ und auch nicht wissenschaftlich. Dabei ist die Herleitung ganz einfach. Sie denken nicht darüber nach, dass ein Schmetterling eine Raupe war. Sie halten noch an den Doktrinen von Pasteur, Virchow und Robert Koch fest: Ein Erreger, eine Form, eine Krankheit. Über diese Naivität darf gelächelt werden oder geweint, wenn man die Folgen daraus sieht. Der Erreger ist niemals die erste Ursache einer Erkrankung, sondern die Folge, denn der Erreger entwickelt sich ausschließlich in einem Milieu, das für ihn günstig ist. Der Satz von Claude Bernard heißt: „Der Erreger ist nichts, das Terrain ist alles.“ Das war die Basis zur Erforschung der Ursachen der Zuckerkrankheit. Daher müssen die ganzen Theorien über Ansteckung neu geschrieben werden.

In einem Deiner ersten Aufklärungsbücher gibst Du einen tiefen Einblick in die zahlreichen Aspekte, die unseren Darm betreffen und beschreibst zahlreiche Therapieansätze für die sog. Zivilisationskrankheiten. Warum empfiehlst Du in Deinen Therapien die Sanierung des Darms?

Jean-Claude Alix: Frage mal einen Bauern, warum er das Feld vorbereitet, bevor er Pflanzen sät. Es entsteht aus einer evidenten Notwendigkeit. Der Darm ist unsere Wurzel. Durch die Darmschleimhaut nehmen wir die stofflichen Informationen, die wir zum Wachstum und Leben brauchen, auf. Entgleist der Darm, so kann der Mensch nicht gesund bleiben. Zivilisationskrankheiten werden so genannt, weil sie ausschließlich bei den sogenannten Zivilisierten vorkommen. In Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt mit der höchsten Technologie und der weltweit berühmtesten Chemie, versterben trotzdem täglich mehr als 2.500 Menschen an Zivilisationskrankheiten durch das Unwissen unserer Gesellschaft. In den Zeitungen liest Du täglich über Autounfälle auf der Autobahn mit fünf oder sechs Toten, aber die Tatsache, dass 1.000 Menschen an einem Tag an Herzinfarkt oder Schlaganfall versterben, wird nicht mal erwähnt, denn es ist „normal“, und das muss sich ändern. Wer seinen Darm nicht pflegt, wird die Unbarmherzigkeit von Mutter Erde zu spüren bekommen. Die Naturvölker wissen das. Sie haben wenig Geld, aber essen Früchte von den Bäumen und zwar dann, wenn sie reif sind. Diese Menschen werden häufig über 100 Jahren alt, und stell Dir mal vor: Die haben keinen Arzt. So kannst Du meinen Satz verstehen: „Der Schüssel zur ewigen Gesundheit ist die Darmpflege.“

Die Darmhygiene ist nach wie vor ein Tabuthema und böse Zungen behaupten, die Darmreinigung sei eine veraltete Methode aus dem letzten Jahrhundert.

Jean-Claude Alix: Wir machen seit 25 Jahren Darmsanierungen nach der Methode Buchweizenberg, die u.a. die Colon-Hydrotherapie beinhaltet. Soviel Erfahrung auf diesem Gebiet hat kaum eine Praxis auf der Erde. Noch nie habe ich etwas Negatives erlebt. Wir haben aber unzählige Darmprobleme, Hautprobleme und sogar Probleme der Sinnesorgane und psychische Leiden hiermit verschwinden sehen. Die Menschen werden widerstandsfähiger und leistungsfähiger. Was willst Du mehr? Und es ist ganz klar, dass diese segensreiche Therapie bekämpft und verunglimpft wird, manchmal sogar von sogenannten Professoren der Medizin. Stelle Dir mal vor, jeder Mensch in Deutschland würde eine Darmsanierung durchführen. Da bricht die Wirtschaft komplett zusammen. Das geht natürlich gar nicht…

In Deinem Buch „Es geht um Ihren Darm“ finden wir neben der Diagnostik auch neue Strategien.

Jean-Claude Alix: Ja, allerdings ist das Wort Diagnose in der Heilkunde und in unserer Praxis nicht wichtig. Mit einer Diagnose kannst Du nichts anfangen. In der westlichen Welt wird sehr viel Aufwand für die Diagnose betrieben, aber am Ende kommt doch nur die Unterdrückung der Symptome, also wozu das Ganze? Dazu sind die meisten Diagnosen falsch, so wie zum Beispiel 90% der Krebsdiagnosen bei der Mammographie. Es geht uns in der Naturheilkunde mit unserer sogenannten Diagnostik nur um das Verständnis der Ursache. Mit einem Blick ins Dunkelfeldmikroskop kann man sehen, ob ein Mensch übersäuert ist bzw. ob sein Blut gut fließt und Sauerstoff transportiert. Keine andere Methode ermöglicht dies so genau. Die Diagnostik-Methoden der Energiemedizin geben uns ebenfalls Hinweise auf die Ursachen. Der Rest ist medizinisches Wissen, um diese Informationen in einer Therapie umzusetzen. Unsere Väter hatten diese Geräte nicht und machten doch insgesamt bessere Medizin als heute allgemein üblich. Der diagnostische Blick verrät dem erfahrenen Therapeuten bereits fast alles. Der inzwischen verstorbene Kollege H.-D. Bach hat hierzu ein kolossales Werk hinterlassen, das sich lohnt zu lesen.

Du sagst: Die Regeln des Lebens sind einfach, aber strikt. Wer nicht hören will, muss spüren. Die menschliche Verdauung und die Ernährung sind Themen, die Hand in Hand gehen. Du schreibst über Ernährungsfehler und berätst Deine Patienten, setzt Dich für eine vegetarische, gar vegane Ernährung ein. Was sind die Eckpunkte: Was sollte ein gesunder Mensch nicht essen? Was sollte ein kranker Mensch in jedem Fall vermeiden?

Jean-Claude Alix: Es geht nicht nur um ethische Gesichtspunkte unter dem urchristlichen Motto „Du sollst nicht töten“. Rein biologisch gesehen ist der menschliche Körper nicht dafür geeignet, tierisches Eiweiß und schon gar nicht chemisch veränderte Produkte zu verarbeiten. Wer sich vegan und naturbelassen ernährt, ernährt sich auf ideale Weise und sozusagen „artgerecht“. Somit kann der „gesunde“ Mensch gesund bleiben und der erkrankte Mensch wieder gesunden. Wir sind nie Jäger gewesen, denn wir haben keine Krallen und wir gehören zu den langsamsten Tieren der Erde. Um zu jagen, brauchte der Mensch beide Hände und einen Pfeil und Bogen, und das kann er erst seit ein paar zehntausend Jahren. Diese Zeit ist im Vergleich zur Entwicklungszeit aus dem Wasser auf das Land von 600 Millionen Jahren lächerlich unwichtig. Are Waerland hat dies mit vergleichender Anatomie der Därme aller Tiere nachgewiesen. Sicher wirst Du nicht sterben, wenn Du ein Ei oder ein Stück Käse isst, aber es ist wie anderswo auch: Die Menge macht es. Wer mehr als einmal alle zwei Wochen tierisches Eiweiß isst, lagert mehr ein als er verbraucht. Lies dazu mein Buch „Es geht um Ihr Blut“ und betrachte dabei mal die wahre Ursache für Diabetes.

Du gibst Deinen Lesern und Deinen Patienten konkrete Umsetzungsmöglichkeiten direkt an die Hand. Können die Patienten bzw. die Betroffenen diese vollständig in Eigenregie regeln?

Jean-Claude Alix: Ja, das ist der große Unterschied zur konventionellen Medizin. Wir wollen keine Abhängigkeit. Deswegen sind unsere Therapien nur zeitbegrenzte Kuren. Ich freue mich über jeden Patienten/in, der/die uns nicht mehr braucht. Du lernst selbst, die Symptome zu erkennen und hast so den Behandlungsplan in der Hand.

Am wichtigsten ist wohl eine frische Zubereitung und Rohkost. In Zeiten von Fastfood, in einer schnelllebigen Gesellschaft weist Du auf die bewusste Zubereitung in der Heimküche hin. Ist das heutzutage für den Otto-Normalverbraucher realisierbar?

Jean-Claude Alix: Wenn der Mensch diesen Druck zulässt, wird er leider auch die Folgen ertragen müssen. Wie gesagt: Die Regeln des Lebens sind einfach, aber strikt. Wer nicht hören will, muss spüren. Lange zu leben ist keine Utopie. Dr. Alexis Carrel hat bewiesen, dass die menschliche Zelle unsterblich ist. Allerdings muss man dafür sowohl die biologischen Regeln von Mutter Natur, als auch die spirituellen Regeln der Menschlichkeit einhalten.

Lieber Jean-Claude, wir bedanken uns für das Interview.

 

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