Ayurveda – ein Begriff, den die meisten Zeitgenossen bei uns schon einmal gehört haben. Aber was genau verbirgt sich dahinter? Östliche Medizin oder Wellness-Hokuspokus? Wir fragten Dr. Karin Pirc, die den Ayurveda weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht hat und 2006 als „Weltweit beste Ayurveda-Ärztin“ ausgezeichnet wurde. 1985 bereits gründete sie das erste Ayurveda-Gesundheitszentrum in der Nähe von Osnabrück, in das Erholungssuchende wie Kranke strömten, 1993 eröffnete sie mit Ihrem Mann die Maharishi Ayurveda Privatklinik Bad Ems, deren ärztliche Leitung sie bis heute innehat.

Was bedeutet Ayurveda?

„Ayurveda gilt als das älteste bekannte ganzheitliche Heilsystem, um die Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele wieder herzustellen. Ayurveda heißt übersetzt: die Wissenschaft vom langen Leben, stammt aus der uralten vedischen Hochkultur Indiens und ist mindestens 5.000 Jahre alt, vermutlich sogar noch sehr viel älter. Also sozusagen über Jahrtausende bewährt!“ lacht die sympathische Sechzigerin, die jedoch sehr viel jünger wirkt. Darauf angesprochen nickt sie nur: „Ja, Ayurveda ist nicht nur ein großartiges Vorbeugungs- und Heilsystem, sondern wirkt gleichzeitig verjüngend und regenerierend, denn all seine Methoden zusammen genommen helfen, die Lebensspanne zu verlängern, bei gut erhaltener Gesundheit versteht sich!“

Ayurveda nutzt Naturgesetze

Im Mittelpunkt des Ayurveda steht die Intelligenz der Natur, die genaue Kenntnis der Naturgesetze – die jeder Pflanze, jedem Tier und jedem Menschen innewohnen. Verliert ein Mensch das von der Natur her vorgesehene Gleichgewicht durch falsches Verhalten, Zeitdruck und Hektik, zu wenig Schlaf und Erholungsphasen in Kombination mit unnatürlichem, belastendem Essverhalten, – kurzum durch das moderne Leben mit all seinen Anforderungen – äußert sich dies zunächst nur durch Befindlichkeitsstörungen: Unruhe, Müdigkeit, Zerschlagenheit oder unregelmäßigen Stuhlgang, Verdauungsbeschwerden oder leichte Schlafstörungen. Werden diese Warnsignale jedoch übersehen und die gleichen Fehler über Jahre wieder und wieder gemacht, bilden sie nach ayurvedischer Auffassung den Nährboden für die Entwicklung von akuten und chronischen Krankheiten.

Die drei Doshas

Nach Ayurveda steuern drei Grundkräfte den gesamten Kosmos, drei Doshas genannt: Vata, Pitta und Kapha. Diese regulieren und balancieren ohne Unterlass auch unsere individuellen körperlichen, geistigen und seelischen Eigenschaften. Ist die Harmonie der Doshas intakt, so sind und bleiben wir nach Ayurveda glücklich und gesund. Deshalb ist es die wichtigste Aufgabe des Maharishi Ayurveda, dieses Gleichgewicht aufrechtzuerhalten und dort, wo es verloren gegangen ist, wiederherzustellen.

Selbstheilungskräfte aktivieren

Viele Faktoren beeinflussen die Harmonie der Doshas, die der Ayurveda gezielt nutzt, um die Balance wieder herzustellen und Krankheiten den Boden zu entziehen. Dazu gehören individuell angepasste Ernährung, Tagesrhythmus und Jahreszeiten, bewährte Heilkräutermischungen zur Heilung von Krankheiten und zur Stärkung, die ayurvedische Umstimmungs- und Entgiftungskur Panchakarma ebenso wie die ayurvedische Musiktherapie, Yoga, Meditation, Atemübungen und die ayurvedische Baukunst, vedische Landwirtschaft u.v.m.. Für jeden Heilungssuchenden empfiehlt der Ayurveda-Arzt ein individuell zusammengestelltes Konzept, um die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren. So kommen Körper und Geist in ein neues Gleichgewicht, Gesundheitsstörungen bauen sich ab, während Lebensfreude, Vitalität und Leistungsfähigkeit wieder zunehmen.

 

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