Schmerzende oder steife Gelenke – davon sind viele Menschen betroffen. Häufig ist hier eine Abnutzung des Gelenkknorpels (Arthrose) die Ursache für die Beschwerden. Die Arthrose ist nach dem Bluthochdruck die zweithäufigste Erkrankung und der Grund für jede vierte Frühverrentung. Derzeit leiden 90% der Menschen über 65 Jahre am Gelenkverschleiß. Aber auch jüngere Menschen sind häufig schon betroffen. So zeigt schätzungsweise jeder zweite 40-jährige Abnutzungserscheinungen an den Gelenken. Dabei kann dieser Prozess schleichend beginnen und unbemerkt verlaufen und sich erst in der „aktivierten“ Phase mit einem geschwollenen, geröteten und schmerzenden Gelenk zeigen. Im Spätstadium ist der Knorpel nicht nur aufgeraut und rissig, sondern häufig auch völlig abgenutzt. Die Knochen reiben dann direkt aufeinander (man spricht von einer „Knorpelglatze“), was zu einer Verformung des gesamten Gelenks führen kann. Ist der Gelenkknorpel weitestgehend abgenutzt, bleibt nur noch der künstliche Gelenkersatz.

Den Gelenkverschleiß „vegan“ ausbremsen

Die Gelenke müssen – wie die anderen Körpergewebe auch – stets mit frischen Nährstoffen versorgt  werden. Hier ist vor allem der Knorpelstoff Glucosamin(hydrochlorid) zu nennen. Glucosamin regt die Knorpelzellen zur Produktion von Kollagen und anderen Knorpelsubstanzen an und fördert damit die Elastizität und die Spannkraft des Knorpels. Allerdings haben Studien gezeigt, dass hier eine Dosierung von mindestens 1500 mg/Tag erforderlich ist. Bei dieser Dosierung kann dem Verschleiß entgegengewirkt und Schmerzen können reduziert werden. Glucosaminsalze werden üblicherweise aus Schalen- und/oder Krustentieren gewonnen. Allerdings gibt es seit Kurzem auch die Möglichkeit, den Knorpelstoff aus Pflanzen zu gewinnen, was Vegetariern und Veganern mit Gelenkproblemen sehr entgegenkommt. Auch die Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil des Knorpels. Zusammen mit den genannten Knorpelstoffen ist die Hyaluronsäure für das Abfedern von Stößen und Druckbelastungen im Gelenk mitverantwortlich.

Schmerzen natürlich bekämpfen

MSM (Methylsulfonylmethan) ist trotz des klinisch klingenden Namens ein natürlich vorkommender, schwefelhaltiger Stoff, der eine schmerzstillende Wirkung entfalten kann. Schwefel nimmt ja in der Volksheilkunde bei Gelenkerkrankungen seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle ein. Häufig kann man im arthrotischen Gelenk ein Defizit an Schwefel feststellen. Außerdem wirkt dieser natürliche „Schmerzkiller“ abschwellend auf Gelenkergüsse, entzündungshemmend und muskelentspannend. MSM hat sich mittlerweile bei diversen Schmerzzuständen (Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Verletzungen, Sehnenscheidenentzündung u. a.) bestens bewährt. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die Erfahrungen des Arztes und Leiters der Portland-Klinik, USA, Professor Dr. Stanley W. Jacob, der auch ein Buch über die Wirksamkeit des MSM bei Schmerzzuständen aller Art publiziert hat: „Tausenden von Menschen, jung und alt, mit verschiedenen chronischen Schmerzzuständen, die oft mit letzter Hoffnung nach vielen vergeblichen medizinischen Behandlungsregimen zu uns in die Portland Klinik kamen, konnte mit MSM geholfen werden“. Aber auch hier sollte auf eine ausreichend hohe Dosierung geachtet werden. MSM kommt natürlicherweise in Tomaten, Sauerkraut, Himbeeren und Milch vor – allerdings bei weitem nicht in den therapeutischen Dosierungen, die im Rahmen eines schmerzstillenden Therapieregimes notwendig wären. Und schließlich sollten auch noch Pflanzenextrakte erwähnt werden wie zum Beispiel der Hagebutten – oder der Brennnesselextrakt. Die Hagebutten zählen zu den Vitamin C reichsten Früchten. Sie besitzen 20 mal mehr Vitamin C als die vergleichbare Menge an Zitronen und sind zudem reich an bioaktiven Pflanzeninhaltsstoffen, die bei Gelenkerkrankungen hilfreich sein können. Vitamin C trägt – und das ist wissenschaftlich bewiesen – zur Gesunderhaltung des Knorpels und zur Kollagensynthese bei. Auch der Brennnesselextrakt ist in einer Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen bei Gelenkerkrankungen geprüft worden. Er enthält u.a. entzündungshemmende Stoffe und kann somit entzündlichen Prozessen in den Gelenken entgegenwirken.

Gelenkgesundheit – vegane Knochenschutzstoffe nicht vergessen

Vitamin D ist ja das „Knochenvitamin“ schlechthin – aber auch hier tun sich kritische und vor allem vegan lebende Menschen schwer, denn Vitamin D wird üblicherweise aus tierischen Fellen bzw. Wolle extrahiert. Aus Hefe kann man Vorstufen von Vitamin D gewinnen, die im menschlichen Organismus in das aktive Vitamin D3 überführt werden können. Interessant ist in Zusammenhang mit der Knochengesundheit auch das völlig unterschätzte Spurenelement Mangan. Dieses wird als Cofaktor für das Bindegewebe benötigt und reduziert den oxidativen Stress im Gelenk. Freie Radikale können nämlich dem Gelenkknorpel extrem schaden. Mangan trägt – wissenschaftlich bewiesen – zur Gesunderhaltung der Knochen bei. Das Spurenelement kommt z.B. in Keimlingen, Vollwertgetreide und Nüssen vor. Ratsam ist die kombinierte Anwendung aller erwähnten gelenkschützenden Stoffe und Pflanzenextrakte, denn diese ergänzen sich gegenseitig und wir wirken am besten im „Team“ (Kombinationspräparate). Schließlich sollten Sie sich unbedingt regelmäßig bewegen, denn dann ist der Nährstoffstrom zum Gelenkknorpel am ehesten gewährleistet. Geeignet sind gelenkschonende Bewegungsarten wie zum Beispiel Radfahren, Schwimmen, Wandern oder auch Nordic Walking. Und vor allem: Versuchen Sie Ihr Körpergewicht zu halten bzw. Übergewicht abzubauen, denn jedes Kilogramm zu viel belastet die Gelenke und erhöht das Risiko für den Gelenkverschleiß erheblich!

 

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