„Jeden Morgen erinnere ich mich daran, dass ich mich bewusst dafür entschieden habe, mich zufrieden und glücklich zu fühlen. Diese neue Gewohnheit kultiviere ich von nun an.“

Mache Dir diesen oder einen ähnlichen Satz, wie ein kleines Mantra, zu eigen. Denke ihn, spreche ihn laut und klar aus, summe ihn vor Dich hin oder hänge ihn Dir an die Wand. Auch wenn diese Methode einfach klingt, so hat sie doch – gerade durch ihre Einfachheit und Klarheit – starken Einfluss auf unser Unterbewusstsein, das sich den oft negativ gefärbten Gedanken unseres Gehirns elegant entzieht.

Glück und Glücksgefühle machen das Leben erst lebenswert. Das Glücklichsein hat viele positive Auswirkungen und unter anderem schützt Glück, wissenschaftlich erwiesen (!), vor Krankheiten und Stress. Glück spielt eine große Rolle in unserem Leben – man spricht sogar davon, dass es eine Gesellschaft der Glücks- und Sinn-Suchenden gibt, die stetig anwächst, d.h. wir sind im Grunde genommen ständig auf der Suche nach unserem persönlichen Glück. Forscher haben entdeckt, dass Glück geradezu ansteckend ist. Denn ein zufriedener Mensch macht auch seine Familie, Freunde, Verwandte, Nachbarn, Kollegen und Geschäftspartner glücklich. Aus einem glücklichen Ich wird so ein glückliches WIR.

Inzwischen haben Forscher auch untersucht, warum manche Menschen zufriedener und glücklicher sind als andere Menschen. Sie alle haben eines gemeinsam – sie machen Dinge, die sie tun möchten und die ihnen gefühlsmäßig gut tun. Alles andere versuchen sie generell zu vermeiden. Wenn jene Sachen überhand nehmen, die sie nicht machen möchten, leiten sie aktiv Veränderungen ein, um sich besser zu fühlen. Inzwischen hat die Glücksforschung festgestellt, dass wir durchaus in der Lage sind, unser Glücksniveau selbst anzuheben. Doch jeder von uns hat sich in der Zeit seines Lebens seine persönliche und individuelle Glücksgrenze gebaut und wir sabotieren uns selbst mit negativen Gedanken. Wir können jedoch aktiv etwas dafür tun, rundum glücklicher zu werden – und andere Menschen mit diesem (Glücks-)Virus anstecken. Denn Glück wird maßgeblich davon beeinflusst, was wir denken und tun.

Hast Du das schon gewusst?

Unser Gehirn kann sich bis ins hohe Alter verändern. Es besitzt die außerordentliche Fähigkeit, sich ständig umzubauen. Dies bezeichnen Neurowissenschaftler als Plastizität. Ebenso wie alle anderen Erfahrungen hinterlassen Gefühle wie Glück, Angst oder Traurigkeit Spuren im Gehirn. Die Synapsen – unsere Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen – verstärken sich je nach Gemütszustand und ganz neue Nervenbahnen werden gebildet, auf denen die jeweiligen Signale schneller weitergeleitet werden können. Wenn wir also aktiv etwas dafür tun, unseren „Glückslevel2 zu verändern, bilden sich neue Verbindungen im Gehirn. Glück ist also nicht nur Glückssache – Glück lässt sich trainieren wie ein Muskel.

Anleitung zum Glücklichsein:

Suche Dir jeden Tag ein paar der nachfolgenden Anregungen, die Dich persönlich glücklich machen, heraus. Probiere sie aus – hast Du positive Erfahrungen gemacht, wiederhole sie, kombiniere sie mit anderen Tipps und mache sie zu Deinem persönlichen Alltagsritual – und vergiss nicht: „Alles ohne Stress“ .

1. Erkenne, was Dir persönlich gut tut. Höre auf, perfekt sein zu müssen. Wir setzen uns nur selbst jene Grenzen, die uns daran hindern, glücklich zu sein. Doch Du bist schon wunderbar – mache einen Tag lang mindestens fünf Dinge, die nur Dir gefallen.

2. Denke um – oftmals können wir nicht abschalten, weil uns belastende Ereignisse im Kopf umherwandern. Dabei blockieren wir unser Glückssystem. Dagegen hilft, aufzuschreiben, was Dich belastet, wie Du persönlich das Ereignis bewertest und welche Bedeutung es für Dich hat. Erinnere Dich, welche Folgen das Ganze auf Deine Handlung hat. Drei Fragen sind dabei wichtig:
a) Habe ich dafür Beweise? War es wirklich so?
b) Könnte man die Sache auch anders sehen?
c) Tut mir das gut?

Versuche, in allen negativen Dingen auch das Positive zu sehen – als eine Herausforderung, eine Aufgabe, einen Lernprozess.

3. Bewege Dich – am besten in der Natur. Täglich 30 Minuten Bewegung bereits setzen die Glückshormone (Endorphine) frei, die uns aufmuntern. Nach vier Wochen wird die Bewegung zum Reflex und unser Körper verlangt danach.

4. Schlafe ausreichend – sorge für einen regelmäßigen und vor allem tiefen Schlaf. Am besten solltest Du öfter vor 22:00 h ins Bett gehen. So hat das Jungbrunnen-Hormon Melatonin eine Chance, Dich zu verjüngen und zu stärken. Gleichzeitig sorgt dieses Wachstumshormon dafür, dass Du im Schlaf schlank wirst und Muskeln aufbaust.

5. Setze Dir Ziele – wenn Du morgens mit Begeisterung aufstehst und Dir Aufgaben suchst, die Dich erfüllen, wirst Du lange und vital gesund bleiben. Versuche, negativen Stress in Deiner Arbeit zu vermeiden – und gehe nicht über Deine Grenzen hinaus.

6. Lebe JETZT und heute! Gehe bewusst mit Deinem Leben um und verschiebe Wünsche und Pläne nicht in die weite Zukunft, denn dafür ist das Leben ist kurz. Ferne Ziele sind wichtig, aber Wünsche immer aufzuschieben macht auf Dauer unzufrieden. Lass Dich nicht ablenken mit zu vielem Fernsehen und Radio hören – konzentriere Dich mehr auf den Moment.

7. Meide das Negative – achte nicht täglich nur auf schlechte Nachrichten. Viele Sachen können wir nicht ändern – auch wenn es oberflächlich klingt : Sich nach Katastrophen in den Nachrichten alle Einzelheiten über Tage hinweg im TV oder auf YouTube anzuschauen, blockiert positive Gedanken und damit ist weder Dir noch den anderen Menschen geholfen. Meide zu pessimistische Menschen, denn das „Pessimismus-Virus“ ist genauso ansteckend wie das „Glücks-Virus“.

8. Lege Deine Maske ab – sei lebendig und habe den Mut, all Deine Gefühle zu zeigen. Oftmals kontrollieren wir unsere Emotionen. Sei ehrlicher mit Deinen Gefühlen. Riskiere, alles so zuzulassen, wie es kommt. Das ist befreiend und erlösend, sowohl im Job als auch in der Familie. Wenn wir unsere Gefühle angemessen ausdrücken, geben wir anderen den Raum, das Gleiche zu tun.

9. Eine Minute Glück – für Gehirnforscher ist Meditation der schnellste Weg, das Gehirn auf Gelassenheit zu programmieren. Stelle einen Wecker oder Deine Handy-Uhr auf eine Minute und schließe die Augen. Atme entspannt ein und aus. Wandere mit Deiner Aufmerksamkeit von Kopf bis Fuß und wieder zurück. Sobald ein störender Gedanke aufkommt, sage innerlich die Zahl „3“ und das Verb „denken“, sobald ein Gefühl aufkommt, sage die Zahl „3“ und das Verb „fühlen“. Dann konzentriere Dich wieder auf Deine Atmung. Nach der einen Minute nochmal tief durchatmen und die Meditation dann auch beenden, damit unser Unterbewusstsein lernt. Eine solche Glücksmeditation kannst Du blitzschnell und nahezu überall machen – auch in Deinem Büro, in der U-Bahn oder im Flugzeug.

10. Alles auf Anfang – jedes Mal, wenn Du durch irgendeine ärgerliche Situation Deine gute Laune zu verlieren drohst, sage innerlich oder laut „STOPP“! Du kannst Dir auch das Verkehrs-Stoppschild bildlich vor Deinem geistigen Auge vorstellen. Damit unterbrichst Du Deine alten Muster und hast dann Gelegenheit, die Situation gleichsam aus einer objektiven Sichtweise zu betrachten und dann entsprechend besser mit ihr umzugehen.

11. Ganz in der Gegenwart sein – was immer Du gerade machst: Sei ganz gegenwärtig. Wenn etwas passiert, dass eine Situation unerträglich werden lässt und Du Dich unglücklich fühlst, dann hast Du drei Möglichkeiten, sie zu verändern. Verlasse die Situation, verändere sie oder akzeptiere sie ganz. Wenn Du Verantwortung für Dein Glück übernehmen möchtest, dann solltest Du eine dieser drei Möglichkeiten wählen.

12. Sei dankbar und feiere Deinen Erfolg – gehe am Abend Deinen Tag in Gedanken durch und sei stolz auf das, was gut gelaufen ist. Konzentriere Dich auf die positiven Erlebnisse. Wenn Du eine schwierige Aufgabe geschafft hast, dann feiere Deinen Erfolg.

13. Glück anderen weitergeben – um so mehr Du auf andere eingehst und versuchst, sie zu verstehen, desto stärker wird unser „soziales Gehirn“ aktiviert. Die Spiegelneuronen schalten von „ich bin da“ auf „ich werde gebraucht“, das fördert die Ausschüttung der Glückshormone. Dein Glücksrezept: Versuche 2-3 Mal die Woche, ganz bewusst, etwas für andere zu tun.

14. Lerne eine Entspannungsmethode – egal, ob Yoga, Meditation, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Baue Entspannungsmethoden, die Dir persönlich gefallen und gut tun, in Deine Woche ein.

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