Die Sumerer nannten die Weinrebe „Kraut des Lebens“ und nutzten sie auf vielfältige Weise als Arznei für die verschiedensten Leiden.

Die Weinrebe ist mit dem, was sie zu bieten hat, vergleichbar mit der Komplexität und Vielschichtigkeit des Menschen. Beginnend mit der sogenannten Erziehung der jungen Weinpflanze bis zum Erreichen der fruchtbarsten Jahre und dem anschließenden Nachlassen der Lebenskräfte.

Der französische Arzt Henri Leclerc (1870–1955) setzte rotes Weinlaub bei Venenentzündungen, Hämorrhoiden und in der Frauenheilkunde erfolgreich ein. So wurde rotes Weinlaub als „Vigne rouge“ 1996 im französischen Arzneibuch aufgenommen.

Von da an begann man sich stärker mit Weinlaub zu befassen, was vermutlich zu intensiveren Forschungen und einem damit einhergehenden besseren Verständnis der Wirkungsweisen von Flavonoiden und den ihnen innewohnenden antioxidativen Eigenschaften führte.

Eine dieser interessanten Substanzen, die in entfernterem Sinn zur großen Gruppe der Flavonoide zählt, ist das sogenannte Resveratrol. Resveratrol bildet sich hauptsächlich als Schicht auf der Haut der Weinbeeren und schützt die Pflanze vor schädigenden

Umwelteinflüssen. Viele Pflanzen bilden spezielle Substanzen als Reaktion auf äußerliche Reize aus. Diese Substanzen werden als Phytoalexine bezeichnet.

Resveratrol scheint ein extrem widerstandsfähiges Phytoalexin zu sein, denn es ist selbst nach langen Gärungsprozessen noch in der Maische an den Weinbeeren zu finden! Momentan ist Resveratrol Gegenstand mehrerer Studien in Hinblick auf Herzerkrankungen, Alzheimer, Autoimmunerkrankungen und Krebs.

Das rote Weinlaub ist mit seinen Flavonoiden ein wertvolles Antioxidans und kann als Tee getrunken werden. Es hat eine leicht tonisierende Wirkung auf das Herz und die Blutgefäße.

Entzündungsmediatoren werden gedrosselt und Blutgefäße flexibel gehalten, sodass sich an den Innenwänden der Gefäße keine Plaques bilden können. Des Weiteren hemmen spezielle Flavonoide des Weinlaubs die Hyaluronidase, die im Wesentlichen für die Bindung von Wasser in der Unterhaut (Subcutis) verantwortlich ist. Weinlaub unterstützt den Einbau von Hyaluron und lässt so die Haut voller und frischer erscheinen und langsamer altern. Und das wünschen wir uns doch schließlich alle!

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