Mehr Gelassenheit lernen

Gelassenheit und Ruhe können uns von Stress, Druck und Ängsten befreien – doch gelassener zu werden klingt zwar nach einer ganz einfachen Sache; doch gerade dann, wenn wir glauben, alles im Griff zu haben und entspannt zu sein, kommt plötzlich der Moment, wo wir aus der „Haut fahren“. Wer sich in Gelassenheit übt, erlebt daher schnell, wie schwierig es eigentlich ist, permanent entspannt und in seiner Mitte zu bleiben. Deshalb erforscht die Wissenschaft nicht die Gelassenheit, sondern den Saboteur – den Stress. Die Kernfrage der Wissenschaft lautet: Was passiert, wenn Stress im Gehirn die Kontrolle übernimmt? Was kann ich tun, damit mein Gehirn gelassener wird?

Endlose Gedankenschleifen kennen viele von uns. Besonders nachts, wenn unsere Gedanken eigentlich zur Ruhe kommen sollten, dreht sich das „Gedankenkarussell“. Stress in der Arbeit, Spannungen in der Familie, pflegebedürftige Eltern, finanzielle Sorgen oder einfach das „Zuviel“ von allem. Wir wollen die Gedanken vertreiben, aber um so mehr wir versuchen zu fliehen, umso mehr ungelöste Probleme halten uns wach.

Wie stoppe ich das Gedankenkarussell?

Wenn wir aus der „Gedankenfalle“ nachts nicht heraus kommen und das Gehirn ständig ungelöste Gedanken wälzt, werden Potentiale blockiert, die wir eigentlich bräuchten, um unseren Alltag gut zu bewältigen und gelassener zu bleiben. Wir haben inneren Stress und laufen nur noch auf Sparflamme.

Tipp für die Nacht:

Man kann die Gedanken nachts zum stoppen bringen, indem wir sie aufschreiben. Sobald Gedanken nachts die Überhand nehmen, schreibe diese auf einen Block, der neben Deinem Bett liegt. Dahinter steckt eine Methode aus der kognitiven Psychotherapie – das „Veräußern“. Kleine Stichworte genügen schon, um Deine Gedanken wieder zur Ruhe zu bringen. Dann den Block weglegen – und mit dem Gefühl einschlafen, die Sorgen festgehalten zu haben.

Alltags-Tipps:

Wissenschaftler sind der Meinung, wir sollten mit den kreisenden Gedanken einen festen Termin vereinbaren, so wie einen Termin beim Arzt. Von 19:00 bis 19:30 Uhr z. B. legen wir eine „Grübelpause“ ein und beenden dann bewusst die Grübelei. Das ist der Hauptansatz einer neuen Therapie-Richtung, mit der wir es schaffen, mit den Gedanken auf Distanz zu gehen und unser Gedankenkarussell besser zu kontrollieren.

Gelassenheitsübung:

Den Verstand zur Ruhe bringen: Wir sitzen in einer anstrengenden Besprechung oder in einer lauten Unterhaltung in der Familie – es gibt keine Chance kurz auszusteigen. Aus dem Raum zu gehen wäre jetzt unhöflich. Forscher konnten anhand von Gehirnscans nachweisen, dass eine einfache Übung genügt, um die Biochemie des Gehirns von Stress Richtung Gelassenheit zu verändern. Und so funktioniert es: Nach dem Einatmen die Luft anhalten. Sobald das Gefühl kommt, ausatmen zu wollen, noch ein wenig warten. Dann kommt der Verstand tiefer zur Ruhe. Dann ausatmen. Am besten dreimal wiederholen. Hilft sofort!

Blitzmeditation:

Für die Gehirnforscher ist Meditation der schnellste Entspannungsweg, das Gehirn auf Gelassenheit zu programmieren. Sich einen ruhigen Platz suchen und Wecker stellen: Und nun haben wir 60 Sekunden nur für uns. Die Augen schließen und mit der Aufmerksamkeit von Kopf bis zu den Füssen und wieder zurück wandern. Wenn ein Gedanke auftaucht, sagen wir 3 x hintereinander „denken“, meldet sich ein Gefühl, sagen wir 3 x „fühlen“, dann konzentrieren wir uns wieder nur auf die Atmung. Nach dem Klingeln des Weckers noch einmal tief durchatmen. Klingt simpel, ist aber sehr wirkungsvoll. Wichtig ist, dass wir die Übung nach 60 Sekunden beenden, damit wir unserem Unterbewusstsein zeigen: Entspannung ist blitzschnell möglich.

Schon gewusst?

Ist Gelassenheit eine Frage der Gene?

Der Zellforscher und Biologe Prof. Dr. Bruce Lipton hat Folgendes herausgefunden:

Wenn wir verschiedene Erbanlagen in den Genen haben, bedeutet das nicht unbedingt, dass diese Gene aktiviert werden. Die Aktivierung der Gene nehmen wir selbst vor, je nachdem wie wir uns verhalten. Das Verhalten ist Ausdruck unseres „Denkens“ und dessen, was wir als Kind gelernt und später im Leben erfahren haben. Dies ist auch abhängig davon, was wir als „persönliche Wahrheit“ übernommen haben. Wenn ich verinnerlicht habe, dass ich ein ständig gestresster Mensch bin und nicht zur Ruhe kommen kann, dann ist es wahrscheinlich, dass das Gehirn schon bei den kleinsten Stress-Situationen in Aufruhr ist und Stresshormone ausschüttet. Doch unser Gehirn lässt sich auf Gelassenheit umprogrammieren. Das wiederum beeinflusst die Nervenzellen der Gene. Neuronale Strukturen werden neu- oder umgebildet und wir lassen uns bei Hektik und Stress nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen. Gene lassen sich daher durchaus verändern.

Die 48-Stunden-Regel

Warum braucht unser Gehirn zeitliche Ziele & Termine?

Das Gehirn liebt klare Ansagen. Ein Ziel, das mit dem Vorhaben und der Absicht „Ab JETZT“ abgespeichert wird, beeinflusst das gesamte vegetative Nervensystem und alle biochemischen Vorgänge. Aus der Medizinforschung weiß man: Was den Patienten am schnellsten genesen lässt, ist seine persönliche Entscheidung „Jetzt werde ich wieder gesund!“ Dieser Satz kann Wunder bewirken und ist der machtvollste Gedanke, um Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Er programmiert das Unterbewusstsein und führt zur Ausschüttung von Botenstoffen. Wissenschaftliche Studien zeigen aber auch: Wir müssen den Gedanken in 48 Stunden, nachdem wir unsere Entscheidung getroffen haben, umsetzen. Sonst ist der Gedanke völlig wirkungslos.

Quelle: Center for Complementary and Alternative Medicine in Bethesda, USA.

 

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